Festival Tag 3

5. August 2017

19:00 Jütz Bergtonreisen & Alpbacher Bläser

20:00 Eva Lind & Outreach Jazz Saxophone Quartet

21:00 Franz Hackl’s IDO Quartet

22:00 Schriefl – Wegscheider „Jazz und Spinnereien aus dem Alpenraum“

23:00 Trump A Theatrical Concerto

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19:00 Jütz Bergtonreisen & Alpbacher Bläser​

Respekt sollte man nie vergessen. JÜTZ, ein Ensemble das zur Hälfte aus der Schweiz und zur Hälfte aus Tirol stammt, respektiert die Tradition der alpinen Volksmusik und deren Pflege. Aber das allein die Pflege reicht JÜTZ, bestehend aus Isa Kurz, Philipp Moll und Daniel Woodtli dann doch nicht aus. Sie möchte nicht nur bewahren, sondern auch öffnen.

Ihre Auslegung alpiner Volksmusik klingt folglich weltoffen und räumt der grenzenlosen Improvisation einen gehörigen Platz ein. Damit lässt sich die Musik nicht mehr in den Dienst der Verklärung von Nationalstaatlichkeit stellen.

In ihrem aktuellen Programm „Bergtonreisen“ mögen es JÜTZ ganz schön bunt. Das deutsche Magazin „Jazzthetik“ schwadroniert gar davon, dass es in diesem „Emmentaler Gedichtrezitationen zum Verlieben“ gäbe. Anderswo ist auch von einem „muhenden Flügelhorn“ die Rede oder davon, dass sich die Band sowohl in Hütten als auch in Galerien oder barocken Konzerthallen Halt mache.

All das stimmt. Kein Wunder, dann das Trio hat sich sein Wissen und sein Können vor allem in den letzten drei Jahren vertieft und verfeinert. Über 100 Konzerte hat man gespielt und dabei stets auch unter Einbezug des Hier und Jetzt musiziert. Zumindest ein Stück aus der jeweiligen Region studieren JÜTZ stets ein und bieten dieses am Abend dann feil.

Der Abend in Schwaz wird sogar unter der Berücksichtigung dieser Tatsache etwas Besonderes. Nicht „nur“ ein regional verankertes Stück kann man hören, sondern JÜTZ haben gleich ein ganzes Quintett anzubieten. JÜTZ trifft an diesem Abend nämlich auf die Alpbacher Bläser. Die werden von Peter Moser angeführt, der schon 1958 auf die Idee kam, eine Bergmesse als Bläserquartett musikalisch zu umrahmen. Das Repertoire lässt sich sehen und vornehmlich aus Volksweisen, Liedern, Jodlern, geistlicher Musik und mitunter auch Tanzln.

Diese nicht alltägliche Begegnung wird hochspannend. Ein seit wenigen Jahren aktives Ensemble trifft auf ein Quintett, das bereits mehrere Generationen überdauert hat. Die jeweilige Herangehensweise könnte kaum unterschiedlicher sein. Dennoch gibt es einen Konsens in Bezug auf eine ganz bestimmte Ästhetik: Originalität ist essentiell, Verfremdungen und Neuinterpretation zulässig. Flache Kommerzialisierung ist ein absolutes Tabu. Man ist sich, trotz der unterschiedlichen Klangfarben, sehr einig, worum es bei Musik letztlich geht: Mit eigener Stimme, Natürlichkeit und Ehrlichkeit zu musizieren.


20:00 Eva Lind & Outreach Jazz Saxophone Quartet​

​arrangend von Gene Pritsker

Im Zeitalter der Postmoderne gefallen sich viele darin zu behaupten, dass es nichts Neues mehr gäbe. Sowohl die Geschichte als auch die Musikgeschichte seien zu Ende. Ab sofort könne man nur mehr neu kombinieren, zitieren und neu zusammensetzen.

Man muss aber das sprichwörtliche Rad gar nicht neu erfinden. Bereits mit kleinen Verschiebungen lassen sich große Effekte erzielen. So wird man lange suchen, um eine klassische Sängerin zu finden, die schon einmal mit einem Saxophon-Quartett auf der Bühne stand. Das „Outreach Saxofon Quartett“ wagt zusammen mit Eva Lind aber genau das.

Die österreichische Star-Sopranistin, die unter anderem von der „The Times“ als „Soprano Sensation“ gefeiert wird und in den großen Opernhäusern der Welt umjubelte Auftritte feiert, stellt sich zusammen mit Thomas Kugi, Lorenz Hargassner, Dennis Brandner und Reiner Witzel auf die Outreach-Bühne und tut das, was sie am besten kann: atemberaubend gut mit ganz eigener und berührender Stimme singen.

Damit bewegt sie sich in bester Outreach-Tradition. Lind musiziert außerhalb ihres üblichen Rahmens ohne Sicherheitsnetz und doppelten Boden in dieser Kombination exklusiv für das diesjährige Outreach-Festival. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein und zeigt, dass Genre-Grenzen, etwa zwischen klassischer Musik und Jazz, nur dazu da sind, um spielerisch und höchst musikalisch niedergerissen zu werden.

Denn auch das ist eine andere, buntere und differenziertere Globalisierung: Stile vermischen sich, Einflüsse bestärken sich gegenseitig und heraus kommt etwas von großer Kraft und Offenheit.


21:00 Franz Hackl’s IDO Quartet​​

Special Guest Martin Nitsch

Der künstlerische Leiter des Festivals ist bei diesem Quartett in ungewohnter Rolle zu erleben. Für gewöhnlich erlebt man Franz Hackl beim „Outreach“, natürlich neben seiner Rolle als Ideengeber und Mentor, als Sideman bei unterschiedlichsten Projekten oder natürlich mit dem „Outreach Orchestra“.

Die Einflüsse speisen sich aus der Vielzahl an Kontexten, in denen Franz Hackl bereits unterwegs war. Stark geprägt von der Buntheit der New Yorker Jazz-Szene beschäftigt er sich aber auch mit Musik aus seiner anderen Heimat, Tirol. Seine Authentizität gewinnt er vor allem daraus, dass er damals schon mit seinem Vater Volksweisen gespielt hat und das als ganz normalen, organischen Prozess verstanden hat. Ebenso organisch und selbstverständlich geht er jetzt nunmehr seit Jahrzehnten mit der Musik seiner Wahlheimat New York um.

Daraus entwickelt sich ein immenser Sog, bei der sich stets die Persönlichkeit Hackls auf glasklare Weise zeigt. Persönlich und echt aber ohne Ego musiziert er mit seinem Quartett und zeigt, wie sich verschiedenste Kulturen, Einflüsse und Möglichkeiten berühren und ergänzen können.

Besetzung:

​Trumpet, Flügelhorn: Franz Hackl
​Keyboards: Adam Holzman
​Bass: Mark Egan
​Percussion: Mino Cinelu


22:00 Schriefl – Wegscheider „Jazz und Spinnereien aus dem Alpenraum“​

Wenn die meisten Stücke auf über 1500 Meter Seehöhe in den Bergen entstehen, dann bleibt das nicht ohne Folgen. Problematisch ist dort vor allem der akute Sauerstoffmangel.

So entsteht dann auch allerhand Schräges. Alpenländische Melodien verbinden Matthias Schriefl und Christian Wegscheider mit zeitgenössischem Jazz und wahnwitzigen Grooves. Das ist nicht weniger als einer neuer Jazz-Stil direkt aus den Alpen. Oder ein Angriff auf die vertrauten Hörgewohnheiten mit den Mitteln des Alphorns und des Akkordeons. Zwischendurch gibt es sogar, damit die Luft nicht allzu dünn wird und das Publikum nicht in Schappatmung verfällt, auch eine Brise Wohlklang und Jazz-Tradition.

Dem heurigen Motto werden die beiden abgedrehten Alpenländler dabei locker und spielwitzig gerecht. Sorglos-lässig zelebriert das Duo die absolute Verschmelzung der Genres. Dadurch tut sich was in Stilfragen.

Doch Vorsicht: Dieser Stil darf und sollte nur in erdbebensicheren Gebieten auf die Bühne gebracht werden. Denn das Gebräu, dass Schriefl und Wegscheider kredenzen ist manchmal so gemütlich wie eine Kuh, die Edelweiß kaut. Dann aber wieder klingt das alles wie eine New Orleans Marching Band mit einem skurrilen Arrangement einer Allgäuer Weise. Aber es gibt auch Augenblicke in denen man glaubt, dass der Jazzpianist in Midtown sein Klavier seine Klavier mit einer Motorsäge bearbeitet.

Wenn so die Globalisierung klingt, dann wird alles gut. Von Gleichschaltung oder Nivellierung findet sich in dieser Musik nämlich keine Spur. Alle Stile und Einflüsse sind hochlebendig und werden virtuos durch den „Musik-Fleischwolf“ gedreht. So werden die Grenzenlosigkeit zum Vergnügen und die Weltoffenheit zum ernsten Spaß.

23:00 Trump A Theatrical Concerto​

​by Gene Pritsker

Das Werk findet eine ambitionierte und künstlerische Herangehensweise an besagte polarisierende Figur mit all ihren politischen und egozentrischen Ambitionen. So werden beispielsweise seine Aussagen, seine Beziehungsnetzwerke und sein Populismus musikalisch interpretiert und verarbeitet.

Die Solo-Geige übernimmt bei der Komposition die Rolle des Teufels, der für all die bizarren Wutausbrüche von Trump verantwortlich ist. Auch die Aufführungspraxis eines Theaterstücks wird in das Violinkonzert integriert.

Ein „Di.J“ (Digital Jockey) spielt in diesem Werk mit gesampelten Audio-Aufnahmen von Donald Trump. Weiters nimmt ein Bariton die Rolle Trumps ein, während weitere Sänger und Schauspieler die Rollen von Melania Trump, Ivanka Trump und Thomas Jefferson übernehmen. Die Musiker des Kammerorchesters übernehmen die Rolle des Volkes, seiner Wähler und Gegner.

Das 45 Minuten dauernde Stück begibt sich eine Reise in die Scheinwelt des Donald Trump. Vergleichbar ist es etwa mit Sir Peter Maxwells Davies´s „8 Songs for a mad King“, die sich mit der Denkweise von King George III beschäftigen.

Flöte: Reiner Witzel
Sopran Saxophon: Lorenz Hargassner
Klarinette: Michiyo Suzuki
Tenor Saxophon: Thomas Kugi on tenor
Trompete: Toni Maier
Possaune: Christoph Schweizer
Violine 1: Petro  Krysa
Violine 2: Priska Vierthaler 
Viola: Ernst Theuerkauf
Cello: Irina Zehm 
Kontrabass: Clemens Rofner 
Pianoforte: Kai Schumacher 
Drums: Gernot Bernroider 
​Solo Violine: Phillipe Quint
​Di.J.: Gene Pritsker
Trump: Bass Posaune: Dave Taylor / Actor: Markus Plattner
Melania: Maria Czeiler 
Benjamin Franklin: Actor: Mark Kostabi 
Ivanka: Anja Pölzl

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